Zwei sind keiner zuviel – Der Trend geht zum Zweithund

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zweithundBeobachtet man zwei Hunde beim Spielen und toben, stellt man sich als Hundehalter oft die Frage, ob es nicht sinnvoller und artgerechter für den eigenen Hund wäre, einen Kumpel dauerhaft an seiner Seite zu haben.

Schließlich sind es Rudeltiere und vielleicht müsste man nicht mehr so viel Zeit aufwenden mit Erziehung und Förderung der Sozialkontakte?

Auf lange Sicht ist das Leben mit einem Artgenossen zweifellos natürlicher für unsere Hunde.

Aufgrund des Kommunikationsverhaltens und der ursprünglichen sozialen Veranlagung, also aus Hundesicht, sicher der Idealfall eines erfüllten Lebens. Gerade unsichere, ängstliche Hunde orientieren sich gerne an einem selbstbewussten Kumpel und erlangen dadurch mehr Selbstvertrauen und auch Vertrauen zu uns Menschen. Seniorhunde bleiben durch vierbeinige Gesellschaft meist länger agil und geistig fit, und für uns ist es eine großartige Erfahrung, die Kommunikation und Interaktion untereinander zu beobachten.

Allerdings ist es manchmal sehr aufwändig, bis der Idealfall erreicht ist: Da kann es zu Eifersucht, Zänkereien und Unterdrückung kommen, bis jeder seinen Platz im Rudel gefunden hat und zufrieden ist. Das erfordert viel Geduld und Einsatz seitens der Hundebesitzer, zumal oft auch getrennte Erziehungsarbeit nötig ist. Und es gibt dann natürlich noch die Gruppendynamik: Fängt einer an zu bellen, etwa bei der Türklingel, stimmt der, früher ruhige, sofort mit ein.

Auch Hundebegegnungen können sich schwieriger gestalten, weil die beiden sich natürlich sicherer präsentieren als alleine und sich der Entgegenkommende schneller bedroht fühlen kann. Das gilt oft auch bei Menschenbegegnungen, man sollte sich also der Außenwirkung, vor allem bei größeren Hunden, bewusst sein. Akzeptanz wird man hier nur durch zwei gut erzogene Hunde erreichen. Mehr Freundlichkeit erfährt man erfahrungsgemäß mit einem optisch ungleichen Paar, also einem großen Hund, zusammen mit einem kleinen niedlichen.

Hundeerfahrung, Geduld und Ausdauer sind also in jedem Fall von Vorteil, damit die `Hunde-WG` funktioniert und man als Hundebesitzer nicht überfordert ist. Oder man entscheidet sich, als Einstieg, für zwei gemütliche Senioren, vielleicht aus dem Tierheim? Sie zeigen uns Zweibeinern gerne, wie gut es sich mit ´acht Pfoten´ leben lässt.

Auch ein erster Sympathie-Test eines in Frage kommenden Zweithundes, auf neutralem Terrain, sowie das langsame Freundschaft-schließen, sind im Tierheim möglich und zusätzlich bekommt man noch Expertenrat und hat auch später Ansprechpartner.

Vielleicht überrascht Sie Ihr „Ersthund“ aber auch und verliebt sich dort sofort in eine entzückende Hundedame. Dann steht dem „Glück auf acht Pfoten“ nichts mehr im Wege, denn: Glück, Freude und Zufriedenheit verdoppeln sich, auch in Hundekreisen, wirklich, wenn man sie teilen kann!